Stadtplanung und Verkehr

Ausrichtung der Planung für die Stadt Halle(Westf.)

Wir setzten auf eine breite Bürgerbeteiligung in diesem Planungsprozess. Wir GRÜNE wollen in den nächsten Jahren die Entwicklung Halles gemeinsam mit Ihnen gestalten.

Halle Westfalen befindet sich durch Straßenbau, Gewerbeansiedlung, neue Wohngebiete sowie vielfältige andere Baumaßnahmen in einem Umbruch. Der damit einhergehende Verlust an Natur und Flächen ist schmerzhaft und nicht ausgleichbar.

Halle_Stadtplan_1784Jetzt muss dem ungebremsten Zubau und der Naturzerstörung Einhalt geboten werden. Es ist höchste Zeit für ein Stadtentwicklungskonzept mit Vorrang für den Erhalt noch unbebauter Grünflächen und landwirtschaftlich genutzter Flächen. Wir wollen entsprechend den Vorgaben des Entwurfs des Landesentwicklungsplanes den Flächenverbrauch deutlich reduzieren. Die Versorgung mit Wohnbauflächen in Halle ist gesichert. Weitere Gewerbe- und Industrieflächen sollen nur bei Bedarf und nach Ausschöpfung aller Alternativen im begrenzten Rahmen möglich sein.

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Das wunderbar anzuschauende Fachwerkhaus und ehemalige Hotel Haus Brune prägt das Bild der Innenstadt. Der Erhalt ist nur durch eine Nutzung zu sichern, die in privaten Händen liegt. Interessierte Investoren sind durch die Verwaltung bestmöglich zu unterstützen. Weiter ist das historische Stadtbild zu erhalten. Ein bedarfsgerechtes und ausgewogenes Parkplatzsystem sowie der sinnvolle und der Nachfrage angepasste Bau von Geschäfts- und Gaststättengebäuden muss bei der Stadtplanung eine zentrale Rolle spielen.

Die letzten von Bebauung frei gebliebenen Grünflächen im Haller Zentrum müssen wir erhalten, entwickeln und vernetzen.

Finanzen

Eine solide Bewirtschaftung städtischer Finanzen ist Vorbedingung für eine langfristig erfolgreiche Stadtentwicklung. Zukünftig wollen wir bei allen Investitionen ein wirksames Kostenmanagement einführen. Die Erfahrungen mit dem neuen Lindenbad bestätigen die Richtigkeit dieses Zieles. Wir wollen Schulden abbauen, um kommenden Generationen Gestaltungsspielräume zu erhalten. Wir müssen sorgfältig abwägen, welche Ausgaben wir uns leisten können. Nur solche Ausgaben, die Folgekosten berücksichtigen, sind Investitionen in die Zukunft.

Ravenna-Parkkarte_autobahnen_gr-neu

Der Ausbau des Ravenna-Parks ist weit vorangeschritten und die Flächen weitestgehend an unterschiedliche Firmen vergeben. Er wird einer der größten „Arbeitgeber“ unserer Region werden. Damit der Ravenna-Park auch ein Erfolgsmodel wird, ist es wichtig eine sehr gute Infrastruktur zu schaffen die nicht nur aus einer Anbindung an die A33 besteht.

Der Zugang zu einem gut funktionierenden öffentlichen Personen Nahverkehr, der auf die Bedürfnisse der angesiedelten Firmen und deren Mitarbeitern abgestimmt ist, unterstützt einen umfassenden Zugang zum Arbeitsmarkt und ist eine ökologisch bessere Alternative zum PKW. Auch die Zug- und Gleisverbindung sollte in ein umfassendes Infrastrukturkonzept eingebunden sein, dies gilt nicht ausschließlich für den Personenverkehr sondern kann auch die Logistik der zugelieferten Waren und zu versendenden Produkte sinnvoll ergänzen.

Ein weiterer wichtiger Baustein zu einer guten Infrastruktur ist der Ausbau eines modernen Breitbandinternets. Dabei ist nicht nur die Versorgung der Firmen des Ravenna-Parks unerlässlich. Als Grundlage für Home – Office – Konzepte entwickelt sich der Ausbau von Breitbandinternet auch in Wohngebieten immer mehr zu einem Wettbewerbsfaktor.

Die Einhaltung ökologischer Standards im Ravenna-Park ist für uns GRÜNE im Umgang mit Ressourcen und der Natur unabdingbar für den Erhalt eines lebenswerten Wohn- und Arbeitsraumes Halle.

Wir GRÜNE fordern einen verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen und eine wertschöpfende Abfallbeseitigung zur Schonung der Ressourcen. Mit der vorhandenen Grundfläche muss sorgsam umgegangen werden um einen maßvollen Verbrauch von Flächen zu gewährleisten.

Verkehr

Nach Fertigstellung der Entlastungsstraße werden neue Entwicklungsmöglichkeiten entlang der B 68 entstehen. Auch im Kernbereich zwischen Lettow-Vorbeck-Straße und Bahnhofstraße gibt es Entwicklungspotential für generationengerechtes Wohnen, für Einzelhandel und Dienstleistungen. Dieser Prozess hat maßvoll mit Rücksicht auf den Bestand und auf städtebauliche Aspekte zu erfolgen. Das gilt insbesondere für die Lösung der Parkraumproblematik.

An der B68 selbst müssen, nach Aberkennung des Bundesstraßenstatus, verkehrsberuhigende Maßnahmen erfolgen zur Steigerung der Verkehrssicherheit und Wohnqualität.

Motorisierter Verkehr und Straßen

Zeichen_325.1.svgMit der Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die Entlastungsstraße und später auf die Autobahn wird unsere Innenstadt von Staus, Lärm und Abgasen entlastet. Im Rahmen der Entwicklung des von uns geforderten Stadtentwicklungskonzeptes wollen wir mit den Bürgern planen, wie der Verkehr zukünftig in der Innenstadt geführt werden soll.

Auf den Zufahrtstraßen zur Autobahn, insbesondere an der Westumgehung, wollen wir durch lärmmindernde Maßnahmen, wie z.B. Geschwindigkeitsbeschränkungen, die Anwohner vor zusätzlichen Belastungen schützen.

Der nichtmotorisierte Verkehr soll in unserer Stadt Vorrang haben. Wir wollen unnötigen motorisierten Verkehr in unserer Stadt vermeiden, indem wir die Bedürfnisse von Fußgängern, Radfahrern, Bus- und Bahnnutzern in den Mittelpunkt unserer innerörtlichen Verkehrspolitik stellen. Bei der Planung werden wir gleichzeitig beachten, dass die Staus zu den Stoßzeiten verringert werden, um Umwelt und Anwohner zu entlasten. Wir sind Befürworter von Tempo-30 und verkehrsberuhigten Zonen in Wohngebieten.

Radverkehr

Immer mehr Menschen setzen auf umweltfreundliche Mobilität und nutzen das Rad. Und das nicht nur als Freizeitbeschäftigung oder zur Gesundheitsvorsorge, sondern zum Einkaufen oder um den Arbeitsplatz und die Schule zu erreichen. Yellow bicycleDeshalb wollen wir das Radfahren attraktiver und sicherer machen. Das Radwegenetz der Stadt soll durchgängig alle Ortsteile mit der Innenstadt verbinden. Wir setzen uns für eine zügig zu bauende Verbindung nach Kölkebeck ein.

Die auf den Gehwegen angelegten Radwege entlang der Bahnhof- und Alleestraße entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Hier müssen Maßnahmen für mehr Sicherheit und Komfort ergriffen werden. Wir wollen ein verträgliches Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Autoverkehr erzielen. Radwege sollen so gestaltet werden, dass Radfahrer von Autofahrern nicht übersehen werden.

Fußgängerinnen und Fußgänger

Fußgängerinne und Fußgänger sind Teil einer umweltfreundlichen Mobilität und müssen stärker als in der Vergangenheit beachtet werden. Wir sehen einen großen Bedarf an Bänken auf fußläufigen Verbindungen in die Stadt und in der freien Natur. Ältere Menschen, aber auch Eltern und Kinder brauchen Möglichkeiten zum Ausruhen und Verweilen. Hier wollen wir die Mithilfe des Seniorenbeirates in Anspruch nehmen. Wir unterstützen die Walking–Bus-Aktivitäten. Dieses Projekt verbindet auf ideale Weise umweltfreundliche Mobilität mit Gesundheitsförderung durch Bewegung.

Haller Willem

Haller WillemEine herausragende Rolle für eine umweltfreundliche Mobilität spielt der „Haller Willem“. Seit unserer Gründung setzen wir uns intensiv für die Belange der Schienenstrecke ein, haben uns für die Reaktivierung stark gemacht und arbeiten in der „Initiative Haller Willem“ mit. Der „Haller Willem“ ist inzwischen wieder ein Erfolgsmodell. Wir setzen uns weiterhin für die Einrichtung des 30-Minuten-Taktes auch zwischen Halle und Osnabrück ein. Wir unterstützen den Kauf des Bahnhofsgebäudes. Ein Bahnhof ist die Visitenkarte einer Stadt. Hier wollen wir unsere Gäste und alle NutzerInnen willkommen heißen, Dienstleistungen wie z. B. die Bahnagentur und Gastronomie anbieten und zweifelhafte Nutzungen verhindern.

Neben den Boxen zur sicheren Unterstellung von Fahrrädern wollen wir weitere überdachte Abstellplätze unter dem Dach der ehemaligen Radstation einrichten. Die Verkürzung der Schließzeiten sowie die Verbesserung der Ampelschaltung für Fußgängerinne und Fußgänger am Haller Bahnhof bleiben für uns auf der Tagesordnung.

A33

Im Interesse von Mensch und Natur muss zügig gebaut werden

Da das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss bestätigt hat, wird gebaut. Im Interesse der Menschen vor Ort muss der Bau zügig erfolgen, d. h. , wenn begonnen wird, muss die Bauphase so kurz wie möglich gehalten werden, weil während der  Bauphases mit sehr großen Beeinträchtigungen gerechnet werden muss. Das wiederrum funktioniert nur, wenn genug Personal den Baufortschritt begleitet. Auch die vorgezogenen Naturschutzmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) können nur sachgerecht und vorallem frühzeitig durchgeführt werden, wenn genügend Fachpersonal die Maßnahmen vorbereitet, durchführt und überwacht.

Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf den Naturschutz. Die umfangreichen geplanten Naturschutzmaßnahmen können auch nur sachgerecht durchgeführt, und vorallem auch überwacht werden, wenn genügend Fachleute daran arbeiten. Pannen wie in Quelle geschehen (06.03.2013) dürfen sich nicht wiederholen. Dort hat der Landesbetrieb eine ökologisch wertvolle Fläche in Anspruch genommen hat.

 

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